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:: Montanmuseum Holz und Eisen ::
Im "Montanmuseum Holz und Eisen" im Ort Turrach lebt
die längst vergangene Bergbau-Tradition weiter
Im Ort Turrach nördlich der Turracher Höhe erinnert
ein Museum der besonderen Art an die jahrhundertelange Bergbau-Tradition
der Region. Die liebevoll eingerichteten Schauräume und
das Freigelände sind einen Besuch wert.
Ein Stück Vergangenheit ...
Wer die Turracher Höhe von Salzburg oder der Steiermark
her mit dem Auto ansteuert, kommt durch den historischen Ort
Turrach. Hier erwartet Interessierte ein Museum der besonderen
Art, das an die jahrhundertealte Bergbau-Tradition erinnert:
Das "Montanmuseum Holz und Eisen".
Eine ehemalige Zimmerei- und Tischlerwerkstätte wurde zum
Museum umgebaut. Holz dominiert Wände und Böden -
in die begehbare Glasvitrinen mit Schaustücken eingelassen
sind - und die Dachkonstruktion. Sogar die Türen sind liebevoll
in der alten Tradition mit hölzernen Fallriegeln und Schlössern
ausgeführt. Neu und auf dem jüngsten Stand der Technik
sind die verschiedenen Installationen für Strom, Beleuchtung
und den Betrieb der Ton-Dia-Schau; neu ist auch der eiserne
"Bullerjahn", ein klug gestalteter Holzofen, der in
den Räumen rasch Wärme verbreitet.
Geschichte des Bergbaus, lebendig gestaltet
In den Schauräumen wie im Freigelände vor dem Haus
sind 250 Jahre Bergbaugeschichte in wenigen, kurzweiligen Stunden
zu erleben. Der erste "Floßofen" ist hier zu
sehen, ebenso wie die erste "Bessemerbirne", die die
ehemalige kaiserlich-königliche Monarchie an die damalige
technologische Weltspitze brachte. Denn sie revolutionierte
die Stahlerzeugung.
Raffiniert war die Methode, wie die alten Bergleute und die
frühindustriellen Hammerherren die Wasserkraft einzusetzen
wussten: Der Bergbach, gezähmt und in hölzernen Rinnen
gebändigt, trieb einen mächtigen Schmiedehammer an.
Ein schlau ausgeklügeltes System von Wassersperren und
Wasserumleitungen ermöglichte es, den Takt des Hammers
nach Wunsch und Bedarf zu regulieren. Neben einem Original-Hammer,
der im Museum zu sehen ist, veranschaulicht auch ein maßstabgetreues
Modell die damalige Arbeitsweise, die die Kraft des Wassers
geschickt nutzte.
Kunst und Alltag, geschickt kombiniert
Die Kunst kommt nicht zu kurz in dem Museum: Ein Bildhauer
schuf eine Skulptur, die stilecht aus kunstvoll geschmiedeten
Eisenschindeln, aus alter Turracher Erzeugung zusammengefügt
ist.
In weiteren Räumen sind die Alltags-Werkzeuge der Arbeiter
im Bergbau zu sehen. Auch der aufwendige und mühsame Transport
vergangener Zeiten wird lebendig - ein Leiterwagen mit Korbaufsatz,
in dem das Roheisen transportiert wurde, steht fahrbereit in
einer Remise.
Vitrinen, Schaubilder und eine Ton-Dia-Schau zeigen die enge
Verbindung zwischen dem Bergbaugebiet im Dreiländereck
Steiermark, Kärnten, Salzburg und der obersteirischen Stadt
Leoben, einem Zentrum der Bergbauforschung und -wissenschaft.
Manches Erinnerungsstück aus der "universitären
Folklore" der traditionsbewussten Hochschule mit ihren
feschen Knappenuniformen ist hier im Turracher Museum zu finden.
Und die Wissenschaftler kommen selbst zur Exkursion hier auf
den Berg. Doch keine Sorge, auch ohne ein Studium der Montanistik
ist der Besuch dieses Museums sehr empfehlenswert. Wo sonst
gibt es zum Beispiel noch eine alte Feldschmiede, die man im
Freien vor dem Museumsgebäude besichtigen kann?
Museen im Dreiländereck Steiermark, Kärnten, Salzburg
Bis zum Jahr 1909 war in Turrach eine Schwarzenberg´sche
Gusseisenhütte in Betrieb. Der Ort hatte wesentlich mehr
Einwohner als heute, da die damalige Abbaumethode sehr arbeitsintensiv
war. Heute knüpft das Montanmuseum an diese Tradition an.
Übrigens: Ein Besuch kann leicht mit jenem anderer interessanter
Schausammlungen in der Region kombiniert werden. Im "Dreiländereck"
Salzburg, Steiermark, Kärnten bietet sich unter anderem
das "Hochofenmuseum Bundschuh" an. Auf der Turracher
Höhe selbst ist Kranzelbinders Mineralienmuseum "Alpin+Art+Gallery"
allemal einen Besuch wert.
Nicht zuletzt ist das Montanmuseum die sinnvolle und logische
Fortsetzung der "Steirischen Holzstraße", die
25 Gemeinden der Region Murau verbindet. Einige ihrer Highlights:
Das Holzmuseum in St. Ruprecht ob Murau, die Holz-Europabrücke
in St. Georgen - St. Lorenzen ob Murau sowie - nicht museal,
sondern neue Unternehmen jüngster, fortschrittlicher Holztechnologie
- die beiden jungen Firmen "KLH" und "Pur-Holz"
in Katsch und Stadl an der Mur.
Öffnungszeiten des Montanmuseums: Juli bis September,
jeweils Mittwoch bis Freitag um 10 Uhr mit Führung, die
auch das alte Turrach zeigt.
Informationen und Sonderführungen unter Telefon +43-(0)3533-233.
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