:: Geschichte der Turracher Höhe
geprägt von Schmugglern, Bodenschätzen und den drei Bergseen als Besonderheit ::

Die heutige Gestalt dürfte die Turracher Höhe tektonischen Bewegungen und eiszeitlichen „Verfeinerungen“ zu verdanken haben. Es deutet viel darauf hin, dass die Gegend vor etwa 50 Millionen Jahren als Tal entstanden ist und erst später durch tektonische Kräfte auf ihre heutige Höhenlage gehoben wurde. Eindeutige Spuren dieser Zeit sind die drei Bergseen - der Turracher See, der Schwarzsee, und der Grünsee - ebenso wie die Bodenschätze der Gegend, insbesondere Anthrazit, Eisen, Kupfer und Silber.

Sagenumwobene Schmuggler

Für spannende Geschichten und interessante Legenden sorgt die lange Schmuggler-Tradition der Region. Die Reichenauer Schmuggler zählten über Jahrhunderte zu den intelligentesten ihres „Faches“. Die Männer schlichen über geheime Pfade in den Nockbergen ins Salzburgische, um das wertvolle „Lungauer Salz“ in ihr Tal zu schmuggeln.
Die Schmuggler-Tradition dürfte bis ins 14. Jahrhundert zurückreichen. Schon damals hatten die Reichenauer das Recht, ein gewisses Quantum Salz, das aus Hallein stammte, aber „Lungauer Salz“ genannt wurde, mautfrei ins Tal zu bringen. Dafür mussten Sie den Übergang über die Turracher Höhe offen halten. Doch das so ins Tal gebrachte Salz reichte ihnen nicht. Deshalb verlegten sie sich zusätzlich auf das Schmuggeln. Die geschickten Reichenauer konnten den Salzschmuggel, der auf dem Salz-Privileg aufbaute über Jahrhunderte aufrecht erhalten. Mit geschickter Argumentation konnten sie trotz vieler Versuche, ihnen das Handwerk zu legen, ihr „Salzprivileg“ bis zum Ende des 18. Jahrhunderts aufrecht erhalten und mit dem Salz als Garant einen bescheidenen Wohlstand im Tal sichern.

Bergbau als erster Wirtschaftsfaktor

Der Bergbau war über Jahrhunderte der wichtigste Wirtschaftsfaktor der Region. Die ältesten belegten Spuren von Bergbau - Kupfer und Silber - gehen auf eine Urkunde aus dem Jahr 1256 zurück. Ob damals auch schon Turracher Eisenerz abgebaut wurde, ist nicht bekannt. Die erste „Eisensteinbau-Konzession“ stammt vom 1. Februar 1658. Erteilt wurde diese dem Fürst Johann Adolf zu Schwarzenberg, der die Herrschaft über Murau hatte. Der Eisenerzabbau und die weitere Verarbeitung des Erzes zu sogenannten Flossen, die dann in der Umgebung von Murau weiterbearbeitet wurden, erfolgte im Ort Turrach. Die folgenden Jahrhunderte waren geprägt vom Eisenerz-Bergbau, später wurde auch der Kupferbergbau aufgenommen.
Im Frühjahr 1909 wurde der Eisenerzabbau in Turrach eingestellt. Heute erinnert das Turracher Montanmuseum an die bewegten Jahrhunderte des Bergbaus in der Gegend.

Von Anthrazit bis Zinnober

Die kärntnerisch-steirische Grenzlandschaft der Turracher Höhe birgt in sich noch eine Reihe weiterer Bodenschätze, vor allem beachtliche Anthrazitlagerstätten. Anthrazit, die geologisch älteste und reinste Kohle wurde noch in den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts hier abgebaut. Zinnober - der rotgemaserte Stein - ist am steilen Südabhang des Kornocks zu finden. Der erste Zinnober-Abbau ist im 17. Jahrhundert nachweisbar. Ein ehemaliger Steinbruch am Turracher See, sowie ein Magnesit- und ein Schieferbruch sind weitere Zeugen der „reichhaltigen“ Natur um die Turracher Höhe.

Drei Seen prägen gestern wie heute das Bild der Turrach
Im Volksmund gelten die drei Seen als Tränen Gottes, die der Schöpfer aus Freude über das von ihm geschaffene Stück Erde fallen ließ. Aller Legendenbildung zum Trotz dürften sie aber doch eher aus der Eiszeit stammen. Volksmund hin, Realität her - die Seen sind es, die der Turracher Höhe immer schon ein besonderes Gepräge gaben. Der größte der drei Seen ist der auf 1.763 Meter Seehöhe gelegene Turracher See mit 18,3 Hektar Fläche und bis zu 33 Meter Tiefe. Um den See führt als bequemer Spazierweg die „Hofratstour“, die zu allem Überfluss auch noch durch zwei Länder - Kärnten und Steiermark führt. Und das bei einer guten halben Stunde Wegzeit ...

Kleinod Schwarzsee

300 Meter östlich des Turracher Sees und knapp 200 Höhenmeter weiter oben auf 1.841 Meter Seehöhe befindet sich der Schwarzsee. Dieser wird im Norden und im Süden von Hochmooren begrenzt. Er ist aufgrund des Moorbodens dunkel, wie schon der Name sagt. An seinen Ufern wächst als Relikt der Voreiszeit die seltene Zwergbirke.

Naturparadies Grünsee

Etwa einen Kilometer südöstlich der Turracher Höhe befindet sich der Grünsee, der kleinste und lieblichste der drei Seen. Er ist nur einen halben Hektar groß, aber bis zu 12 Meter tief. Die Hänge um den See sind von Lärchen und Zirben besetzt und lassen ein wunderschönes Kleinod entstehen. Die drei Seen zu umwandern, die Vielfalt der Natur zu genießen ohne weite Wege auf sich nehmen zu müssen, ist eines der einmaligen Turracher-Erlebnisse.

 
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